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| Antrag: Verbesserung des Radverkehrs in Hagen

Bild mit Fahrrädern

Die Fraktionen CDU, Grüne, Hagen Aktiv und FDP stellen zur morgigen Ratssitzung folgenden Antrag zum Thema Verbesserung des Radverkehrs in Hagen:

1. Der Rat der Stadt erkennt die wachsende Bedeutung des Radverkehrs in Hagen an und strebt an, diesen zu stärken und zu fördern. Radverkehrsförderung soll dabei nicht nur auf Freizeitverkehre beschränkt sein.

2. Die Stadt Hagen strebt an, die Kriterien für eine Mitgliedschaft im Arbeitskreis fahrradfreundlicher Städte zu erfüllen. Die Verwaltung ist angehalten, geeignete Maßnahmen zu entwickeln. Insbesondere sind folgende Schritte umzusetzen:

a) Belange des Radverkehrs sind bei allen Planungsvorhaben mit verkehrlicher Bedeutung zu berücksichtigen. In welcher Weise und mit welchen Ergebnissen dies geschieht, ist in den entsprechenden Vorlagen erkennbar zu erläutern.


b) Die Verwaltung prüft, welche Förderprogramme und –möglichkeiten für den Ausbau von Radwegenetzen und die Stärkung des Radverkehrs existieren. Diese sind möglichst umfassend auszuschöpfen.


c) Die Verwaltung prüft, an welchen Schulen, Sportstätten und öffentlichen Gebäuden sichere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder fehlen, und macht Vorschläge, wie solche Abstellmöglichkeiten geschaffen werden können.


d) Die Verwaltung prüft, welche stillgelegten Bahntrassen bzw. Gleistrassen sich für eine Umwandlung in Radwege eignen. Sie tritt mit der Bahn in Gespräche hierüber ein.

Begründung:

Zu 1: Der vorliegende Antrag ist Bestandteil eines Gesamtpakets zum Radverkehr in Hagen und soll durch spätere Einzelanträge in den Bezirksvertretungen flankiert werden. Er erhält daher diejenigen Vorschläge, die von gesamtstädtischer Relevanz sind und zu denen sich der Rat in seiner Gesamtheit bekennen sollte.

Stärkung des Radverkehrs trägt besonders in Großstädten vermehrt dazu bei, verdichtete Verkehrsräume zu entlasten und auch den gesetzlichen Erfordernissen der Luftreinhaltung näher zu kommen. Gerade in Städten mit schwieriger Topographie wie Hagen führte der Radverkehr jedoch lange ein Nischendasein, und Radverkehrsförderung wurde eher als sport- und freizeit-politisches Anliegen begriffen.


Die neuen Mobilitätsmöglichkeiten durch E-Bikes einerseits und die verdichteten Autoverkehre in den Innenstädten andererseits machen ein Umdenken erforderlich, aber auch aussichts-reich. Dieses anerkennende Bekenntnis zum Fahrrad als eigenständigem Verkehrsträger markiert eine Veränderung in den verkehrsplanerischen Schwerpunktsetzungen und sollte deshalb durch den Rat beschlossen werden.

Zu 2: Den Antragstellern ist bewusst, dass es von einem der Schlusslichtplätze hinsichtlich der Fahrradfreundlichkeit bis zur anerkannt fahrradfreundlichen Stadt noch ein Stück Wegs ist. Gleichwohl ist eine generelle Orientierung an den hierfür definierten Kriterien ein hilfreiches Hilfsmittel, um hier schnell signifikante Verbesserungen zu erreichen.

Zu 2a): Bereits heute sind die Belange aller Verkehrsträger planerisch mitzudenken. Hier soll also weder eine neue bürokratische Dokumentationshürde aufgebaut werden, noch ist in jedem Einzelfall damit zu rechnen, dass sich Planungen durch Berücksichtigung des Radverkehrs grundstürzend verändern werden. Es geht im Wesentlichen darum, dass nach außen erkennbar wird, ob und wie Belange des Radverkehrs in der Planung berücksichtigt sind und warum das jeweilige Ergebnis hinsichtlich der Balance der verschiedenen Verkehrsträger (hoffentlich) das Optimum darstellt.

Zu 2b): Das Thema der optimierten Nutzung vorhandener Förderschienen ist jüngst in verschiedenen Anträgen und Anfragen aufgeworfen worden. Es erscheint sinnvoll, im Rahmen von Grundsatzentscheidungen zu einem Einzelbereich wie dem Radverkehr eine solche Prüfung gezielt auf dieses Thema hin zu beauftragen. Das spezifiziert den Auftrag und erleichtert auch der Verwaltung die Abarbeitung.

Zu 2c): selbsterklärend.

Zu 2d): In verschiedenen Städten hat sich die Umwandlung stillgelegter Bahntrassen in Radwege als ausgesprochen erfolgreiches Modell erwiesen: Solche Trassen sind in der Regel nur mit moderaten Steigungen versehen und verbinden oft sehr direkt auch innerstädtische Ziele, ohne dass dafür auf stark motorisierten Straßen gefahren werden muss. Nach Auffassung der Antragsteller gibt es in Hagen eine Reihe solcher Trassen, deren Überprüfung lohnend wäre.

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